Mi 16 Jul 2008
Tagebuch eines Zuchtversuches !
Im April 2006 war es soweit. Mein neues 240 Liter Aquarium wurde in einer Nacht und Nebel Aktion eingerichtet und nach einem Pflanzplan von Dennerle bestückt.
Oh man; sa das noch kahl aus als ich fertig war.
Im guten Glauben daran das die Pflanzen noch wachsen werden, harrte ich der Dinge und konnte es kaum erwarten die ersten Fische einzusetzen. Ausgesucht hatte ich mir 4 Skalare (4 verschiedene), ein Pärchen Kakadu Zwergbuntbarsche (Apistogramma cacatuoides rot/rot), 4 marmorierte Beilbauchfische (Carnegiella strigata strigata), 8 Metallpanzerwelse (Corydoras aeneus) und 3 Ohrgitterharnischwelse (Otocinclus affinis) welche schon einen Tag nach der Beckeneinrichtung zugesetzt wurden. Damit wollte ich erreichen das die gleich von Anfang entstehenden Algen im Zaum halten.
Anfang Mai nach 3 wöchiger Einlaufzeit kaufte ich die anderen Fische und setzte sie nun erwartungsvoll ein. Das Licht schaltete ich erst am nächsten Tag ein damit die Neuankömmlinge sich in aller Ruhe im Aquarium umschauen konnten ohne sich gleich ins Gehege zu kommen.
4 Tage nach dem einsetzen der Fische waren plötzlich die 4 Beilbäuche tot. Die Wasserwerte waren beim Besatz des Becken`s folgende: Temp. 26°C – PH 6,8 – GH 10 und die KH 6 . Nitrit und Nitrat waren praktisch nicht nachweisbar !!!
Ich konnte mir den Tod der Tiere nicht erklären.
Alle Fische fühlten sich sichtlich wohl und fraßen auch gut.
Nach ca. 8 Wochen hat sich meiner Meinung nach ein Pärchen bei den Skalaren herauskristalisiert, welches nun gemeinsam eine Ecke des Aquarium`s bezog und die anderen Fische permanent daran hinderte die Futterstelle aufzusuchen. Mir blieb nichts anderes übrig als einen zweiten Futterring zu kaufen und an einer anderen Stelle zu befestigen. Die einzigen Bewohner des Aquarium`s die nicht behelligt wurden waren die Panzerwelse.
Im Oktober schien es soweit zu sein !
Das besagte Paar (m.Marmor / w.Silber) putzte schon seit Tagen verschiedene Blätter und andere glatte Flächen wie die Aquariumscheibe. An einem Sonntagmorgen als ich erst spät (11 Uhr) aufgestanden war sah ich die Bescherung — Ein Blatt der Amazonaspflanze war voll mit Laich. Es wurde abwechselnd von beiden Elterntieren mit Frischwasser befächelt und bewacht.
Am darauffolgenden Montag war das Gelege wieder verschwunden.
Was konnte die Ursache gewesen sein ???
Ich vermutete das es an falschen Wasserwerten lag und dachte so bei mir – wird schon nochmal klappen.
Also tat ich das was ich für das richtige hielt und veränderte etwas an der Wasserchemie. Soll bedeuten das ich z.Bsp. etwas Torfgranulat in den Filter gab um den PH-Wert etwas zu senken.
2 Tage vor Weihnachten begann wieder eine regelrechte Putzorgie und am 25.Dez. fand ich wieder Laich, diesmal jedoch am Heizer. Gott sei Dank hatte ich noch einen als Ersatz, denn den belaichten
habe ich sofort ausgeschaltet.
Am nächsten Tag waren schon einige Eier weiss geworden und wurden durch das Männchen „teilweise“ entfernt.
27.12.2006 – was soll ich sagen…alles wieder verspeist (wer das wohl war). Schei…
Ich kürze mal ein wenig ab:
Insgesamt laichten das Skalarpärchen 11 x und immer waren nach spätestens 48 Stunden die Eier verschwunden.
In dieser zurückliegenden Zeit habe ich wieder und wieder etwas an den Wasserwerten verändert (Kleinigkeiten).
Nun wusste ich allerdings keinen Rat mehr und bat meinen Kumpel (Zoofachhändler) mir Tips zu geben wie ich nun endlich mal Nachwuchs großziehen könne.
Er stellte mir Fragen und bat mich genauestens zu antworten. Als er mich aushorchte ob ich eine Nachtbeleuchtung im Aquarium habe und diese Frage verneinte, sagte er das dies schon die Ursache sein könnte. Mit einer schwachen Beleuchtung in der Nacht gibt man den Tieren die Möglichkeit das Gelege zu verteidigen. Auch sollte die Temperatur stimmen.
Das schien logisch zu sein und ich machte es wie mir empfohlen. Eine normale Schreibtischlampe mit einer 7 Watt Energiesparlampe vom Aquarium abgewand schien mir optimal. Und genauso machte ich es beim nächsten Großputz der Skalare.
Der Erfolg stellt sich ein !
Nachdem nun mal wieder abgelaicht wurde und ich eher lapidar an die Sache ranging weil ich schon die Hoffnung auf Nachwuchs aufgegeben hatte folgte ich trotz allem den Anweisungen mit der Nachtbeleuchtung. Und was soll ich sagen ??? Am nächsten Tag war natürlich der Laich wieder weg *** oh nein da war er wieder, nur das es mittlerweile kein Laich mehr war sondern jede Menge Jungfische.
Dann glaubte ich zu sehen wie der Papa Junge frisst. Nein, nein und nochmals nein sagte ich so zu mir, aber in dem Augenblick spuckte er sie auch schon wieder aus. Das war also das worüber ich schon mehrfach gelesen habe, die sogenannte Umbettung. Nun war ich wieder Feuer und Flamme und schlief nur noch ein paar Stunden in der Nacht und schaute immer wieder nach den Jungen. Zählen ???… kann man vergessen. Einen kleinen Teil des Blattes mit den Jungfischen habe ich gezählt und hochgerechnet. Ungefähre Anzahl der Winzlinge ca. 400 Stück. Nachdem die Jungfische 8 Tage alt waren versuchte ich erneut eine Zählung mit einem Schätzwert von etwa 200 Jungen.
Alle meine „Fischfreunde“ die bisher auch Skalare züchteten sagten das dies eine außergewöhnlich hohe Anzahl ist und diese bei normalerweise 100 liegt. Na; ja , das sind meine ersten Erfahrungen mit Skalaren und gerade darum freute mich es diese Tierart zu pflegen und großzuziehen.
Wo soll ich die nur alle unterbringen ?
Nach 4 Wochen musste ich die Jungfische von den Eltern trennen da diese schon wieder Laichvorbereitungen trafen.
Ich brauche mehr Aquarien !
Mit zunehmender Größe stelle ich nun fest das die Jungtiere ziemlich unterschiedlich wachsen. Um Verletzungen durch die größeren Fische zu vermeiden habe ich noch 2 Becken (80×35x40) ohne Bodengrund aber mit jeweils in Terrakottatöpfe eingepflanzten Pflanzen eingerichtet und die Jungfische nach der Größe sortiert.
Ach, ehe ich es vergesse :
Der Bestand setzte sich immer noch aus insgesamt stolzen 124 Jungtieren zusammen.
Endgröße beim Verkauf 4 cm
Alle verkauft – Anzahl : insgesamt 83
Sozusagen haben noch 41 Skalare ihr Leben gelassen.
Das soll Anfängerglück gewesen sein sagten einige.
Ich fand es jedenfalls viel interessanter die Aufzucht zum großen Teil den Eltern zu überlassen als wenn ich z.Bsp. den Laich entnommen hätte. Versucht es auch mal mit diesen wunderschönen Fischen !
Macht`s gut und bleibt alle eurem Hobby treu, auch wenn es nicht die Aquaristik ist.
Euer Waschnussprofi
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