Viele Menschen setzen die Tätigkeit von einem Dolmetscher und einem
Übersetzer gleich. Es besteht jedoch zwischen dem, was man unter dem
Dolmetschen versteht und dem, was man unter dem Übersetzen versteht ein zwar
kleiner, aber feiner Unterschied.

Vom Übersetzen spricht man eigentlich dabei nur, wenn es sich um das
Erbringen einer Dienstleistung handelt, bei der es darum geht einen in
schriftlicher Form vorliegenden Text von einer Ausgangssprache in eine
Zielsprache zu bringen. Vom Dolmetschen hingegen spricht man, wenn ein
Dolmetscher Deutschland seinem Auftraggeber das in deutschen Worten
wiedergibt, was dieser gerade in seiner eigenen Sprache gerade gesagt hat.

Ein Dolmetscher muss dabei - im Gegensatz zu einem Übersetzer - auch einmal
improvisieren können, wenn es die Situation erfordert. Denn es kann unter
Umständen sein, dass sich die Gesprächspartner ein heftiges Wortgefecht
liefern, wobei die Worte so schnell gewechselt werden, dass der Dolmetscher
gar nicht mehr nachkommt, wobei diese Gefecht auch unter Umständen mit
Gestiken geführt werden können. In diesem Fall könnte dem Dolmetscher unter
Umständen die Rolle des Streitschlichters zukommen. Im Bezug auf die
Gestiken muss ein Dolmetscher dabei auch besonders gut geschult sein, denn
nicht weltweit haben bestimmte Gestiken die gleiche Bedeutung. Darüber
hinaus muss ein Dolmetscher auch des Öfteren schon im Vorfeld der
eigentlichen Dolmetscherarbeit schon organisatorische Aufgaben übernehmen,
wie zum Beispiel den Anruf vom jeweiligen Gesprächspartner, für den
letztlich die Arbeit für den Auftraggeber als Dolmetscher erforderlich ist.

Ein reiner Übersetzer hat es da wesentlich leichter. Ihm fallen nämlich
weder organisatorische Aufgaben zu, noch das Beherrschen und das richtige
Deuten von Gestiken.

Norbert Mehl
nm@finetext.de

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