Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Der Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft stellt fest, dass sich die Ausgaben für Werbeartikel seit Beginn der 1990 er Jahre verdoppelt haben. Seit 2006 pendelt sich das für den Einsatz von Werbemitteln aufgewendete Geld bei etwa 3 Milliarden € jährlich ein. Die Werber messen damit einen Trend, der das „Werbegeschenk”, richtiger den Werbeartikel, zu einem wichtigen Instrument der Werbung gemacht hat. Seine Ursache hat dieser in dem Bedürfnis immer effizienter zu werben und immer besser zielgruppenorientiert zu arbeiten.

Ein vermeintliches Geschenk kann hier schon Wunder wirken und Sympathie gegenüber dem Werbenden auslösen, während dessen Logo und Werbeslogan sichtbar auf dem Werbeartikel für eine lange Zeit den Beworbenen jeden Tag begleiten.

Die enorme Vielfalt unter den Werbeartikeln macht zudem eine Personalisierung spielend leicht. Ist dies nicht möglich, kann natürlich immer noch auf die beliebten Dauerbrenner Büroartikel und Wein zurückgegriffen werden. Doch nicht jeder Kunde lässt sich durch jeden Werbeartikel beeindrucken. Mit einem falsch gewählten Artikel, kann sich der Werbeeffekt schnell ins Gegenteil verkehren und mehr schaden als nutzen.

In Zeiten leerer Kassen erscheint es zuweilen paradox mehr Geld für Werbeartikel auszugeben, doch der Schein kann trügen. Denn im Gegensatz zu breit gefächerten Werbekampagnen, ist der Werbeartikel spottbillig und äußerst effizient. Er schafft es gezielt dort zu werben, wo es den Unternehmen nützt. Ein mehrere Millionen Euro teurer Werbespot erreicht zwar mehr Menschen, im Business to Business Bereich ist dies jedoch völlig bedeutungslos. Dort kommt es darauf an, grade die Personen zu beeinflussen, die letztlich die Kaufentscheidungen treffen. Alle Anderen, darunter ganz besonders der Endverbraucher, spielen hier keine Rolle.

Ein Werbeartikel ist durch seine subtile Unterwanderung des Arbeitsalltags beim Kunden das ideale Werkzeug für diese Aufgabe. Der Werbeartikel kann wie kein anderes Instrument dort wirken, wo es darauf ankommt. Von den Schreibtischen der Entscheider transportiert er den Slogan direkt in ihr Unterbewusstsein. Durch diese gezielte Werbung an wenigen Punkten, erreicht das Unternehmen genau die für seinen Erfolg wichtigen Personen und profitiert maximal davon. Mit Werbeartikeln kann die Marke zu extrem geringen Kosten bekannt gemacht werden. Schliesslich müssen nur ein paar wenige Artikel gekauft werden und keine großflächigen und vor allem teuren Kampagnen in den Medien gestartet werden. Die Materialkosten von Werbeartikeln sind unglaublich geringer, wenn man sie mit den Kosten einer Zeitungsanzeige oder anderen Werbeaktionen vergleicht.

Mehr Werbemittel bedeuten damit weniger klassische Werbung in Printmedien, Fernsehen oder Radio, was sich in geringeren Kosten niederschlägt und dennoch mehr Aufträge fürs Unternehmen generiert. Denn nicht jeder, den die Werbung erreicht, ist überhaupt in der Position mit dem Werber in eine Geschäftsbeziehung zu treten. Umgekehrt darf man sich nicht nur auf Werbeartikel verlassen, da diese zwar ideal sind bestehende Kundenstämme zu pflegen, der Bekanntmachung der Marke bei Neukunden jedoch wenig helfen.

Natürlich funktioniert diese Strategie nicht bei solchen Unternehmen, die sich hauptsächlich auf den Endverbraucher ausrichten. Für sie können Werbeartikel nur in einem begrenzten Einsatzfeld wirken, am ehesten für die Bindung von Langzeitkunden sind sie wirklich brauchbar. Doch für alle anderen Unternehmen ist der Werbeartikel eine sinnvolle Methode um Beziehungen zu Geschäftspartnern zu pflegen und das Image der Firma zu transportieren. Es ist daher wenig überraschend, dass immer mehr Unternehmer auf Werbeartikel setzen, um kontrolliert ihr Image aufzubauen.

Autor Bastian Müller

alibiabc@googlemail.com

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